Sonntag, 10. März 2019

Warum ich keine Pressemuster mehr annehme


In der letzten Woche feierte mein Blog seinen fünften Geburtstag. Das sechste Jahr Projekt Schminkumstellung soll nun mit einem Thema beginnen, das ich schon ewig vor mir her schiebe, zu dem ich aber „im neuen Lebensjahr“ endlich mal Tacheles schreiben möchte ^^ . 

Versteht mich nicht falsch: ich bin unheimlich dankbar dafür, dass tolle und unterstützenswerte Naturkosmetikfirmen und Presseagenturen in der Vergangenheit etwas in meinem Blog gesehen und meine Arbeit durch die Zusendung von Press-Samples unterstützt haben. Es ist ein tolles Gefühl, dass die eigene Arbeit, die man in den Blog gesteckt hat, auf diese Weise von Firmen honoriert wird und es macht mich ehrlich gesagt auch ein wenig stolz, dass Firmen auf meinem Blog Erwähnung finden wollten. An dieser Stelle also zuallererst vielen lieben Dank dafür <3 .
Ich finde außerdem nichts Verwerfliches daran, als Blogger Presse-Samples anzunehmen und bin mir sicher, dass dies zumindest in unserer insgesamt sehr ehrlichen und transparenten Naturkosmetik-Community in aller Regel nicht zu beschönigten Produktreviews führt.
Nichtsdestotrotz habe ich mich bereits vor einer ganzen Weile dazu entschlossen, keine Produktmuster von Firmen mehr anzunehmen. Ich habe über dieses Thema schon sehr lange nachgedacht, konnte mich aber nie zu einer klaren Stellungnahme durchringen beziehungsweise wollte ich es dann vielleicht doch nicht fest machen, falls ich es mir anders überlege.

GRUND DAFÜR, DASS ICH KEINE PRESS-SAMPLES MEHR ANNEHME

Vor annähernd drei Jahren schon habe ich in diesem Beitrag etwas zum Thema Presse-Samples geschrieben, das meine Entscheidung ziemlich gut erklärt. An dieser Stelle möchte ich daher meine damalige Antwort auf die Frage von Fräulein Immergrün „Wie stehst Du zu Pressesamples?“ zitieren:
„Ich muss gestehen, dass mich Pressesamples manchmal eher unter Druck setzen und ich für mich selbst deshalb beschlossen habe, davon nur wenige anzunehmen. Ich habe ehrlich gesagt mehr Spaß daran, mir die Produkte, die ich gern mal ausprobieren würde, selbst zu kaufen, ganz wie vor meinen Bloggerzeiten (: . Zwischenzeitlich hatte ich nämlich leider etwas den eigentlichen Spaß am Testen verloren, der mich ja ursprünglich zum Bloggen bewegt hat. Es ist nicht mal so, dass die Firmen mich unter Druck setzen (ganz im Gegenteil sogar), es ist vielmehr eine eigene Barriere im Kopf, die mich dann nicht mehr ganz so unbefangen an ein Produkt rangehen lässt bzw. mir das intuitive Ausprobieren ein wenig nimmt.“
Es liegt bei weitem nicht an den Firmen, mit denen ich im Laufe der Zeit Kontakt hatte. Insgesamt hatte ich immer einen sehr netten, konstruktiven Austausch auf Augenhöhe mit den Firmen und fühlte mich nie zur Veröffentlichung oder Schönrederei gedrängt. Ganz im Gegenteil: die meisten Firmen, mit denen ich Kontakt hatte, sahen es ganz und gar nicht als selbstverständlich an, dass bei Zusendung auch tatsächlich über ihre Produkte berichtet wird. Sicher gibt es überall schwarze Schafe, von denen ich allerdings bisher glücklicherweise bis auf eine Ausnahme verschont blieb. Vielmehr liegt es an mir, dass ich mich mit Presse-Samples auf dem Blog nicht mehr so richtig wohl fühlte. In irgendeiner Form ist der eigene Konsum dann doch irgendwann, gerade wenn man selbst nicht mehr viel kauft, von Pressemustern bestimmt, was ich in diesem Beitrag ganz kurz angeschnitten habe. Und so häuften sich ab einem bestimmten Zeitpunkt die Press-Samples auf meinem Blog, was mir nicht gefiel, auch wenn ich selbst wusste, dass ich, zugeschickt oder nicht, meine tatsächlichen Erfahrungen mit euch teilte, ohne irgendetwas schönzureden. Aber hätte ich denn tatsächlich dieses oder jenes Produkt gekauft und genutzt, wenn es nicht durch Zusendung in meinen Besitz gelangt wäre? Die Antwort darauf kenne ich nicht, aber dieser Gedanke trug auch zu meiner Entscheidung bei. Ich lebe einfach mittlerweile in meinem eigenen Haushalt, in dem mir tagtäglich klar wird, wie sehr Besitz doch verpflichtet. Daher möchte ich auch nicht unheimlich viel mehr besitzen, als ich benötige und erst dann über eine Neuanschaffung nachdenken, wenn ich tatsächlich den Bedarf und auch den Platz dafür habe. Denn seien wir ehrlich: natürlich besitze ich mehr als ich „brauche“, gerade als (Natur-)Kosmetikbloggerin, die eine besondere Schwäche für Make-Up hat. Und bei einer solchen Schwäche und gleichzeitigem Minimalismus-Versuch macht es sich gut, seine Produkte tatsächlich selbst auszusuchen und zu kaufen. Ab und zu wird sicher noch das ein oder andere Pressemuster auf dem Blog auftauchen, da sich davon noch einige wenige in meinem Sammelsurium finden, die ich noch immer nicht geleert habe (MHD lässt grüßen *hehe*). Ich habe allerdings bereits seit einer gefühlten Ewigkeit keine Produkte mehr angenommen und fühle mich seit der Entscheidung dazu sehr wohl damit. Vor zwei Jahren habe ich übrigens aus einem ähnlichen Grund beschlossen, dass Sponsored Posts für mich nicht infrage kommen. Mehr dazu könnt ihr in meinem Beitrag zum dritten Bloggeburtstag lesen. Warum ich stattdessen Affiliate-Links eingerichtet habe und weitere Infos dazu könnt ihr ausführlich in diesem Beitrag zur Einführung von Affiliate-Links auf Projekt Schminkumstellung lesen.

ZUKÜNFTIGER UMGANG MIT EVENTS

Meine Entscheidung dazu, keine Pressemuster mehr anzunehmen, war letztendlich auch einer der ausschlaggebenden Gründe dafür, dass ich die beiden letzten Vivaness-Messen nicht besucht habe. Bisher weiß ich noch nicht so recht, wie ich zukünftig Events handhaben werde. Ob ich dort eine Ausnahme mache? Vermeiden lässt sich die Mitgift während solcher Veranstaltungen nämlich erfahrungsgemäß nicht und eine Messe ist ja auch genau dafür da, neben Informationen auch Produktmuster zu erhalten und austesten zu können. Ich hatte viel Spaß bei den Veranstaltungen, die ich im Rahmen des Blogs besucht habe und möchte diese Erfahrungen auch nicht missen. Allerdings passen Messebesuche vielleicht auch nicht mehr so recht zu mir und meinem angestrebten Umgang mit Kosmetik (und Konsum). Mal sehen, was zukünftig daraus wird.

PRESSEMUSTER FÜR VERLOSUNGEN

Was ich jedoch nach wie vor sinnvoll finde sind Produkte, die ihr als Leser im Rahmen von Verlosungen erhaltet. Hierbei denke ich beispielsweise an die Verlosung zu meinem dritten Bloggeburtstag, die ich dank Presse-Samples von 100% Pure machen konnte. Voraussetzung hierfür ist jedoch für mich, dass ich diese Produkte selbst kenne und mag und daher ausschließlich meine „Empfehlungen“ an euch verlose. Ich könnte mir gut vorstellen, dass ich irgendwann auch mal im Rahmen einer Review eines selbst gekauften Produktes, das mir sehr gut gefällt und über das ich ohnehin ausführlich berichten möchte, nach einem Produktmuster zur Verlosung frage, sodass auch ihr die Chance bekommt, meine Empfehlung zu testen. Schreibt mir doch gern, was ihr davon haltet (: .


Wie steht ihr zu Pressemustern auf Blogs oder Social Media? Gehören sie für euch einfach dazu oder stören sie euch sogar? Und wie steht ihr zu Press-Samples für Verlosungen?


-------------------------------------------------------------------------------------------------
Falls ihr gerade einen Einkauf plant, könnt ihr durch Klicken und anschließendem Einkauf bei einem der folgenden Shops meinen Blog unterstützen:
Ecco-Verde
Najoba
100% Pure
Avocadostore
Etsy
Für euch entstehen dadurch keine Mehrkosten. Mehr dazu erfahrt ihr in diesem Beitrag zu meinen Affiliate-Links . Vielen lieben Dank <3 .

8 Kommentare:

  1. Das finde ich ganz super! Ich hab die Werbung überall so satt. Ich bin auch bei Instagram z.B. allen Accounts entfolgt, die Werbung machen.
    Und ich selbst verzichte, wenn ich denn mal bei Eccoverde bestelle, auch auf die Proben. Denn es ist doch alles nur Müll,der mehr produziert wird.
    Weniger ist einfach oft mehr.

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Liebe HollyGolightly,
      das Problem ist, dass man als Blogger ja eigentlich immer etwas "bewirbt", wenn man es zeigt, auch wenn man es nicht anders macht, als man es unter Familie/Freunden machen würde (also ohne Hintergedanken, sondern einfach nur als Empfehlung, weil man selbst überzeugt ist). Aus diesem Grund steht nun zur Sicherheit überall Werbung davor, selbst wenn die Produkte selbst gekauft sind und man in keinem Verhältnis zur gezeigten Marke steht.
      Schön finde ich deinen Verzicht auf Proben bei einer Bestellung. Ich finde es schon eine Verbesserung, dass man seine Proben mittlerweile bei Ecco-Verde auswählen kann und nicht einfach mehrere Proben mitgeschickt werden, wenn man mit diesen vielleicht gar nichts anfangen kann.
      Deinen letzten Satz unterstreichen ich zu 100 Prozent!
      Liebe Grüße (: .

      Löschen
  2. Liebe Theresa,
    ein sehr spannender Beitrag! Erst einmal: herzlichen Glückwunsch zum Bloggeburtstag, sehr spannend, was du dazu geschrieben hast, auch was deine Statistiken angeht. Ich lese dich auch schon ziemlich lange und komme vor allem auch immer wieder fürs easy-peasy Selbstbräuner"Rezept" zurück :D

    Deine Einstellung hinsichtlich Presse-Samples kann ich total verstehen. Inzwischen ist das wirklich eine Riesensache und als Blogger wird man zT überbevorteilt, um das mal klar zu sagen. Auf der Vivaness zum Beispiel war ich überrascht, dass man genauso wie ein gelernter Journalist behandelt wird, dabei aber nicht die gleichen Auflagen hat, wie eben zum Beispiel Unbestechlichkeit. Ein schwieriges Thema, aber irgendwann wird es auch dafür Regulierung geben.

    Ich selbst genieße das Privileg, PR-Sample zugeschickt zu bekommen, sehr. Gleichzeitig kann ich die Kopfsache, die du beschreibst, aber auch sehr gut nachfühlen. Ebenso die, das man sich von zuvielen Produkten erschlagen fühlt. Glücklicherweise wurde mein Karton mit überflüssigen PR-Sampeln und unpassenden Produkten neulich von der Verwandschaft, die sich totel freute, fast leer geräubert. Ansonsten denke ich auch, Gewinnspiele sind eine ganz gute Option, die Leser, die ja letzten Endes für den Erfolg oder Misserfolg eines Blogs essentiell sind, teilhaben zu lassen an den Privilegien. Deinen Gewinnspiel-Ansatz mit Abfüllungen von deinen liebsten Produkten finde ich übrigens auch super! Hab aber nicht mitgemacht, weil ich eben echt genug habe.
    Manchmal frag ich mich da aber trotzdem auch. Auf Instagram folge ich jemandem, der quasi bei jedem Gewinnspiel gewinnt und Uuuunmengen an Krams haben muss. Und da wird dann von "aufbrauchen" etc geredet, was ja aufgrund der schieren Masse selbst bei Großfamilie gar nicht geht... hachja. Schwierig.

    Liebe Grüße,
    Kati

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Liebe Kati,
      vielen Dank für dein ausführliches Feedback und deine Glückwünsche (: .
      Ein wichtiges Thema mit der Überbevorteilung von Bloggern gegenüber Journalisten, das du da beschreibst. Und ich stimme dir zu: da wird zukünftig sicher einiges geregelt werden.
      Ich persönlich frage mich auch manchmal, wie es bei denen aussieht, die an so vielen Gewinnspielen teilnehmen (und auch gewinnen) und stelle mir vor, dass sie Unmengen an Produkten haben müssen. Vielleicht geben aber auch sie schnell Produkten, die nicht zu ihnen passen, weiter an Familie/Freunde und haben eher einen Produktdurchlauf zu Hause ^^ . Oder eben eine Großfamilie *hehe*.
      Liebe Grüße.

      Löschen
  3. Liebe Theresa,
    das muss jeder Blogger selbst entscheiden, ob er/sie PR Samples annimmt. Ich nehme begrenzt PR Samples an, weil ich so neue Produkte probieren kann, die ich mir aufgrund Unbekanntheit sonst nie gekauft hätte. Ich habe da auch keine Blockade im Kopf, weil ich schon seit 2013 Produkttesterin bin und weiß, dass nach 14-28 Tagen die Testberichte fällig sind.
    Liebe Grüße
    Nancy :)

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Liebe Nancy,
      ganz genau: jeder Blogger muss selbst entscheiden, wie er mit dem Thema PR-Samples umgehen möchte.
      Sehr interessant finde ich deinen strukturierten Umgang damit!
      Liebe Grüße (: .

      Löschen
  4. Auch wenn der Artikel von März ist, möchte ich etwas verspätet noch kommentieren.
    Ich begrüße die Entscheidung - keine solchen Produkte anzunehmen - sehr!
    Authentizität ist mir besonders wichtig. Ich schätze das Medium Blog für seine Ehrlichkeit. Genau diese sehe ich aber bei geschenkten Produkten in Gefahr. Es ist schwierig einzuschätzen, ob Produkte ihrer selbst willen oder in Zusammenhang mit dem Gefühl der Schmeichelei oder des gefüllten Kontos wegen gelobt werden - möglicherweise auch, um in Zukunft innerhalb der Szene aufzusteigen.
    Mich langweilt zudem fürchterlich, wenn dieselben Produkte auf unterschiedlichen Blogs recht zeitgleich und nahezu ausschließlich positiv vorgestellt werden.
    Ein Hoch auf das kritische Denken und die Vielfalt auf Blogs, die sich durch die Persönlichkeit und die Interessen der Verfassenden ergibt! Danke dafür!

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Vielen Dank für deine Meinung zu Thema. Vor allem muss es nicht einmal eine bewusste Entscheidung des Bloggers sein ("ich stelle das Produkt absichtlich besser dar, als ich es eigentlich finde"), sondern wie du schon schreibst: manchmal reicht einfach die Schmeichelei, um ein Produkt ganz unbewusst im Kopf positiver wirken zu lassen, was genau meine Angst ist.
      Liebe Grüße (: .

      Löschen

Vielen Dank, dass du dir die Zeit nimmst, um auf Projekt Schminkumstellung zu kommentieren. Ich schätze den Austausch mit euch sehr <3 ! Wenn du hier kommentierst, werden die von dir eingegebenen Formulardaten (und unter Umständen auch weitere personenbezogene Daten, wie z. B. deine IP-Adresse) an Google-Server übermittelt. Mehr Infos dazu findest du in meiner Datenschutzerklärung und in der Datenschutzerklärung von Google.